
Das bin ich
Hi, ich bin Nancy, geboren und aufgewachsen in Schwedt und Umgebung und damit Ur-Uckermärkerin mit Herz und Seele. Absolute Natur-Liebhaberin, Selbermacherin, neurodivergente Mama von 5 Kindern, Geburts-Nerd, Side-Quest-Queen. Und natürlich stolze Anführerin meiner kleinen Schaf- und Ziegenherde (+meines mutigen Hunderudels, wie cool ist das denn?). Für mich gibt es keinen schöneren Ort als den Stall und die Weiden, am allerliebsten natürlich zur Lammzeit.
Meine Geschichte
Tiere haben schon immer einen großen Platz in meinem Herzen und meinem Leben gehabt – sie waren meine Zuflucht, meine Freunde und meine größte Konstante im Leben. Schon seit ich denken kann, habe ich ihre Nähe gesucht. Sie zu beobachten, ihr weiches Fell zu streicheln oder einfach in ihrer Nähe sein zu können - es gab nichts Schöneres für mich!
Egal ob Hunde, Katzen, Vögel oder auch Schildkröten, Frösche, Schlangen und Schnecken – in meinem Leben gab es immer Tiere und ich habe ihre Nähe gesucht, selbst wenn meine Eltern das auch mal nicht so super fanden. Bei ihnen fühlte ich mich angenommen, verstanden, geliebt und sie gaben mir stets das Gefühl, genau so richtig zu sein, wie ich bin.
Konnte ich gerade nicht bei den Tieren sein, wurde ich in meiner Phantasie selbst zu einem und brachte meine Mutter fast zum verzweifeln, weil ich ständig auf allen Vieren krabbelte (die armen Hosen) und wollte, dass sie mich an der Leine spazieren führt (was sie zu meinem Bedauern und Verwundern leider ablehnte).
Mit neun Jahren begann eine besonders prägende Zeit: Ich wurde ein echtes „Stallmädchen“. Auf einem Pferdehof in Schwedt lernte ich das Reiten und verbrachte fortan so viel Zeit wie ich konnte zwischen Ställen, Wiesen und Reitplätzen, ritt am Wochenende durch die Wälder und Wiesen und fühlte mich einfach frei, wann immer ich bei den Tieren sein konnte. Es gab nichts besseres, als am Wochenende mit den Ponys die Umgebung zu erkunden und Teil der Natur zu sein. In dieser Zeit, so denke ich, lernte ich (damals noch völlig unbewusst) dass die Natur eine heilende Kraft besitzt. Der Grundstein war gelegt...aber es sollte noch dauern, bis ich das erkennen konnte...
Die Pferde und das Leben auf dem Land haben mich tief geprägt und mir Werte wie Verantwortung, Geduld und den Respekt vor der Natur vermittelt. Natürlich kaufte ich mir später mein eigenes Pferd, eine Vollblutaraber-Stute namens Makai el Nil und bildete sie selbst aus.
Ich verschlang sämtliche Bücher von Mark Rashid, dessen Philosophie und Arbeitsweise ich bis heute bei meinen Tieren anwende. Er setzte, anstatt das Tier zu brechen und einfach von ihm zu nehmen was ich will darauf, das Vertrauen zu gewinnen und so eine Partnerschaft aufzubauen, die auf gegenseitigem Verstehen und freiwilliger Mitarbeit basierte.
Das fühlte sich so viel "richtiger" an! Noch heute arbeite ich mit meinen Tieren nach dieser Philosophie und versuche immer so sanft wie möglich und so deutlich wie nötig zu sein.
Auch wenn ich später den Reitsport an den Nagel gehängt habe, war und blieb ich ein echtes Stall- und Dorfkind. Das einfache Leben, die Arbeit mit Tieren und die Verbindung zur Natur sind bis heute ein wichtiger Teil von mir.
Ich bin neurodivergent, genauer gesagt lebe ich mit ADHS. Die Diagnose bekam ich allerdings erst spät im Erwachsenen-Alter, wie so viele Frauen, bei denen der hyperaktive Teil der Krankheit innerlich abläuft (nie aufhören könne zu denken, hyperaktives Gehirn). Für mich bedeutet das, die Welt oft intensiver zu erleben, anders zu denken und zu fühlen. Das brachte viele Herausforderungen mit sich, vor allem, weil ich lange nicht wusste, wie ich beruflich meinen Platz finden sollte. Die „normale“ Arbeitswelt mit ihren starren Strukturen und sozialen Anforderungen war nie mein Ding. Oft fühlte ich mich wie ein kaputtes, überflüssiges Puzzlestück, das nirgendwo so richtig hineinpassen wollte. Ich funktionierte nie so, wie es " die Welt" von mir erwartet hat.
Der Wendepunkt kam, als Schafe und Ziegen in mein Leben traten. Diese Tiere haben etwas in mir berührt, das ich nicht in Worte fassen kann. Ihre Ruhe, ihre Eigenheiten und die Art, wie sie mit ihrer Umgebung interagieren, haben mich fasziniert. Durch sie habe ich schließlich meinen Platz gefunden. Heute bin ich auf dem Weg zur Schäferin, und zwar mit Herz und Seele. Trotz all der Einschränkungen: ich könnte mir kein erfüllenderes Leben und keinen schöneren Beruf vorstellen.
Mit Schafen zu arbeiten ist für mich kein Beruf. Es ist eine Berufung. Sie vereint alles, was mir wichtig ist: die Nähe zu Tieren, die Arbeit in der Natur und die Möglichkeit, etwas Sinnvolles zu tun. Es ist ein Leben im Einklang mit den Jahreszeiten, mit Verantwortung für meine Herde und die Landschaft, die sie pflegt.
Obwohl mir der Umgang mit Menschen oft schwerfällt, habe ich in der Umweltbildung etwas gefunden, das perfekt zu mir passt. Durch die Tiere kann ich Menschen die Natur näherbringen – auf eine ehrliche und direkte Weise, die ohne viele Worte auskommt. Es begeistert mich, wenn ich sehe, wie Menschen durch die Begegnung mit Schafen und Ziegen die Schönheit und Wichtigkeit der Natur wiederentdecken.
Rückblickend bin ich unendlich dankbar für meinen Weg, auch wenn er nicht immer leicht war. Die Tiere waren die einzige Konstante in meinem Leben, und sie haben mich genau dorthin geführt, wo ich sein sollte. Jetzt darf ich meine Leidenschaft und meine Liebe zu ihnen teilen – und das fühlt sich an wie ein Geschenk.


